Irish Spring 2009

Festival of Irish Folk Music

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Die Wintermüden und jahreszeitlich Depressiven konnten aufatmen: der Frühling lag in der Luft – davon kündeten seine musikalischen Boten aus Irland, der Insel des saftigen und in allen Schattierungen leuchtenden Grüns. Sie riefen zum mittlerweile neunten Mal das jährliche Frühlingserwachen aus, dieses jeweils neu inspirierende Schauspiel, in dem sich Natur und Musik so ähnlich sind: Aufbruch neuer Knospen aus gereiften Wurzeln – da gleichen sich Natur und Festivalkonzeption. Immer wieder sind es die gleichen Instrumente: Geige, Akkordeon, Trommel, Banjo, Gitarre und natürlich die Stimme und doch ist das Ergebnis jedes Mal überraschend anders. Wie kaum eine andere Musikform erneuert sich die Irish Folk Music permanent, ohne in Wiederholung zu erstarren. Die außergewöhnliche Präsenz der traditionellen Musik mitten in der Gesellschaft lockt eben auch junge Künstler, die sie wie selbstverständlich aufnehmen und mit den aktuellen Musiktrends weiterentwickeln. Nicht umsonst hat der WDR bisher jeden Irish Spring Festival-Jahrgang ausführlich dokumentiert.

Die Musik Irlands lebt und entsteht zu einem großen Teil in den Pubs. Hier treffen sich die Musiker vor neugierigem Publikum zu zwanglosem Spiel, aber auch zur kreativen Herausforderung, zu den so genannten “Sessions”. In faszinierender Form gehen Jigs, Reels, Hornpipes, Airs und Songs ineinander über. Kein Irish Spring Festival ging bisher ohne eine solche Session als “Festival Finale” zu Ende. Das war auch in Filsum so, als alle Musiker noch einmal die Bühne stürmten und das Publikum mitrissen, in einen Sog aus Songs und Tänzen, bis der Vorhang fiel…

Der Jahrgang 09 des Irish Spring Festivals präsentierte einmal mehr etablierte Künstler neben aufregenden neuen Stars des Genres, die zwar noch nicht mit gigantischen CD-Verkäufen glänzen können, aber dafür dem Publikum die seltene Chance geben, ganz nah an dieses innere Feuer heranzukommen, das Künstler auf dem Weg nach oben so faszinierend ausstrahlen.

The Dingle White Females
Dreaming of West-Kerry
Pauline Scanlon und Eilis Kennedy, zwei der großartigsten irischen Sängerinnen, bezaubern mit traditionellen Balladen aus West-Kerry in atemberaubend intensiven Interpretationen. Sie singen sowohl in Gälisch, der alten irischen Sprache, als auch in Englisch – begleitet von Lunasa-Legende Donogh Hennessy

Uiscedwr
Funky Acoustic Celtic-World-Folk
Moderner Folk, der elegant und innovativ Traditionen aus Irland, Wales und England mit poppigem Arrangement verbindet. Mit Anna Esslemont (Geige, Gesang) und Special Guest Karen Tweed (Akkordeon) führen zwei aufregende Persönlichkeiten die Show des Quartetts mit geballter Frauenpower.

The Long Notes
Hardcore Celtic Tradition
Drei hochdekorierte und erfahrene Musiker bilden dieses Trio, dass sich in der wilden Session Szene Londons kennen lernte. Colette O’Leary (Akkordeon) und Brian Kelly (Banjo, Mandoline) errangen All-Ireland Champion Preise. Jamie Smith (Geige) wurde Finalist beim BBC Young Trad Musician Award. Zusammen gehen sie auf eine Reise durch die irisch-schottisch-englischen Tanzmelodien – Tanz des Publikums ist erwünscht!

Daoiri Farrell
The Singer and the Song
Endlich wieder eine junge männliche Stimme, die den Stil der frühen Folk Jahre eines Paul Brady oder Andy Irvine im neuen Jahrtausend wieder aufleben lässt. Tradition never dies!

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Céad Mile Fáilte

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